Plattentest: Purity Ring – Shrines
Es ist nun mittlerweile zwei Jahre her seit sich Corin Riddick und Megan James vom elektronischen Glitch-Pop-Kollektiv Born Gold (damals noch Gobble Gobble) losgelöst haben um ihren eigenen Weg als Purity Ring zu gehen. Doch nachdem sie nach ihrem ersten Lied »Ungirthed« eine Menge Staub aufgewirbelt haben wurde es erstmal Still um das kanadische Duo. Einige Zeit später wurde die Lücke mit »Lofticries« gefüllt, doch das Lied warf mehr Fragen auf als dass es sie beantwortete: Was für Musik machen Purity Rings eigentlich, und was kann man in Zukunft von ihnen erwarten?
Shrines ist die Antwort auf diese Frage. Zumindest zum Teil. Denn anstatt einen Strang weiter- zuverfolgen driften die Lieder genretechnisch immer weiter voneinander ab. Da ist zum Beispiel das schon bekannte, luftige »Ungirthed«, doch schon ein Lied weiter kommt »Amenamy« mit seinen dunklen Bässen und düsterer Atmosphäre, gefolgt vom mit Melancholie und Sehnsucht durchwobenen »Grandloves«. Doch das ist bei weitem keine schlechte Sache, ganz im Gegenteil: ich weiß nicht wann ich das letzte Mal ein Album durchgehört habe das mich regelrecht dazu gezwungen hat aktiv zu sein. Dabei liefern beide Künstler den selben Anteil an Arbeit ab; niemand ist wichtiger als der andere. Ohne Riddick’s verspielte Beats und eklektische Melodien die jedes Lied fast schon lebendig erscheinen lassen und ohne James’ wunderschöne Texte die sie mit ihrer kindlichen Stimme singt wäre Purity Ring einfach nicht Purity Ring.

Wer es sich traut, diesen Satz als ersten Satz auf seinem neuen Album rauszuhauen, hat es auch verdient, dass der mutige Verfasser dieser Zeilen so die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf sich zieht.

Wer aufmerksam 

