Plattentests

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Plattentest: Purity Ring – Shrines

Paul

Es ist nun mittlerweile zwei Jahre her seit sich Corin Riddick und Megan James vom elektronischen Glitch-Pop-Kollektiv Born Gold (damals noch Gobble Gobble) losgelöst haben um ihren eigenen Weg als Purity Ring zu gehen. Doch nachdem sie nach ihrem ersten Lied »Ungirthed« eine Menge Staub aufgewirbelt haben wurde es erstmal Still um das kanadische Duo. Einige Zeit später wurde die Lücke mit »Lofticries« gefüllt, doch das Lied warf mehr Fragen auf als dass es sie beantwortete: Was für Musik machen Purity Rings eigentlich, und was kann man in Zukunft von ihnen erwarten?

Shrines ist die Antwort auf diese Frage. Zumindest zum Teil. Denn anstatt einen Strang weiter- zuverfolgen driften die Lieder genretechnisch immer weiter voneinander ab. Da ist zum Beispiel das schon bekannte, luftige »Ungirthed«, doch schon ein Lied weiter kommt »Amenamy« mit seinen dunklen Bässen und düsterer Atmosphäre, gefolgt vom mit Melancholie und Sehnsucht durchwobenen »Grandloves«. Doch das ist bei weitem keine schlechte Sache, ganz im Gegenteil: ich weiß nicht wann ich das letzte Mal ein Album durchgehört habe das mich regelrecht dazu gezwungen hat aktiv zu sein. Dabei liefern beide Künstler den selben Anteil an Arbeit ab; niemand ist wichtiger als der andere. Ohne Riddick’s verspielte Beats und eklektische Melodien die jedes Lied fast schon lebendig erscheinen lassen und ohne James’ wunderschöne Texte die sie mit ihrer kindlichen Stimme singt wäre Purity Ring einfach nicht Purity Ring.

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Plattentest: Die Ärzte – Auch

Marc

Fick dich und deine Schwester!

Wer es sich traut, diesen Satz als ersten Satz auf seinem neuen Album rauszuhauen, hat es auch verdient, dass der mutige Verfasser dieser Zeilen so die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf sich zieht.

Die Ärzte ließen sich rund 5 Jahre Zeit, um mit Auch einen Nachfolger für das Album Jazz ist anders zu präsentieren. Da haben es andere sicherlich eiliger. Hat man die Spekulationen seitens der Fans verfolgt, so kamen die wildesten Gerüchte auf. „Letzte Platte“, „Auflösung“, „fehlender Spirit“ und „Streit innerhalb der Band“ waren da noch die harmlosesten Themen. Die beste Band der Welt wäre aber nicht die beste Band der Welt, wenn sie mit der Veröffentlichung der neuen Platte nicht auf alles und jeden (entschuldigt die Ausdrucksweise) scheißen würde.

Vor mir liegt eine CD, die wieder einmal in einem hübsch gestalteten Pappkarton verpackt, von unten Schwarz statt Silber und gleichzeitig Teil eines mitgelieferten Gesellschaftsspiels ist. Mangelnde Kreativität kann man den Jungs nun wirklich nicht vorwerfen: Das komplette Album kann man auch auf gängigen Videoplattformen entweder als Performance- oder als Animationsvideoreihe genießen.

16 Songs haben es auf das Album geschafft. Seit Geräusch habe ich persönlich das Problem, dass eine neue Platte der Ärzte einige Hördurchläufe benötigt, um die Vorzüge der gelieferten Musik zu erkennen. So auch hier. War ich nach dem ersten Kontakt etwas underwhelmed, so kann ich nun nach >10-mal hören ohne schlechtes Gewissen behaupten: Chapeau!

Die Ärzte erfinden sich wieder einmal nicht neu, sondern bringen einfach eine gute Rockplatte heraus. Aber wozu auch experimentieren?

Man hat sich über die Jahre gefunden, Erfolg damit gehabt und kann mittlerweile mit einer ordentlichen Portion Spaß an ein neues Album herangehen. Diesen Spaß hört man auch deutlich heraus: In »Ist das noch Punkrock?« und »zeiDverschwÄndung« hinterfragen sich die Ärzte selbst auf nicht ganz ernst gemeinte Art und Weise.

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Plattentest: Oberhofer – Time Capsules II

Paul

Hach, sie werden ja so schnell erwachsen. Kaum hört man ihre ersten Demos im Internet, schon haben sie ihr eigenes Album. Und was für ein Album. Ich glaube, ich war noch nie so ungeduldig auf das Release eines Debüts wie auf das von Oberhofer.

Als ich Oberhofer 2010 zum ersten Mal auf einem Mixtape gehört habe war ich sofort von den klimpernden Gitarren und verspielten Melodien angetan. Nach und nach tauchten weitere Demos auf und machten mich auf ein Album oder wenigstens eine EP gespannt. Aber nach zwei 7″ war erstmal Funkstille. Jetzt, zwei Jahre später, ist es endlich soweit; nach endlosen Lobpreisungen seitens der Musikblogosphäre treten Oberhofer ins Scheinwerferlicht. Doch zwei Jahre sind eine lange Zeit, und die Erwartungen sind ziemlich hoch. Vielleicht zu hoch?

Vorweg sei angemerkt: bei Time Capsules II steht ganz klar Spaß im Vordergrund. Pop existiert hier in seiner Essenz; unglaublich leichte Melodien, die sich um eine Ohrwurmposition streiten und die immense fröhliche Atmosphäre machen das Album zu einem wahren Feuerwerk. Gleich der Opener »HEART« gibt die Richtung für den Rest des Albums an: ein klimperndes Klavier und tanzende Xylophonmelodien treffen auf warme Gitarrenakkorde und einen treibenden Schlagzeugbeat. Doch was Oberhofer so wirklich draufhaben, zeigen sie mit »Landline« und »Away Frm U«: ich wurde fast schon von der positiven Energie der Songs erschlagen und die Melodien wollten mir tagelang nicht aus dem Kopf.

Doch nicht alles ist purer Sonnenschein auf Time Capsules II; »Yr Face« und vor allem »oOoO« sind voll von zuckersüßer Melancholie, so dass es fast schon weh tut. Dabei beschwören Oberhofer Bilder von Liebe und Hoffnungslosigkeit, die bei allem Kitsch glaubwürdig rüberkommen. Außerdem haben Oberhofer es mit »oOoO« geschafft, dass ich zum ersten Mal wochenlang einen Refrain gesungen habe, der noch nicht mal aus Worten besteht.

Bei all dem leichten Pop mit seinen Ooohs und Aaahs bleibt leider der Text ein wenig auf der Strecke, und auch wenn die Band stellenweise meisterliche Metaphern iwe ‘beer cans growing blades of grass‘ aufstellen, gibt es Momente, die vor Kitsch nur so strotzen. Aber wenn das der Preis für ein Album mit so viel Herz ist, komme ich damit mehr als nur klar. In den zwei Jahren sind Oberhofer einen weiten Weg gekommen und man merkt der Band auf der Platte an, wie viel Potential in ihnen steckt. Time Capsules II ist zwar kein Meisterwerk, aber ich habe keine Zweifel, dass Oberhofer noch eines abliefern werden.

Time Capsules II ist seit Montag auf Glassnote Records erhältlich und zumindest für mich jeden Cent wert.

Falls mich jemand braucht, ich bin tanzen.

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Hip-Hop im Januar

Maxx

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Sticker an der Wand eines Bremer Clubs gesehen, welcher in bestem Englisch proklamierte: “Wenn Hip-Hop tot ist, habt ihr ihn umgebracht, nicht wir!” Und bin ich trotz aller Realness ehrlich, hat es für einen Moment tatsächlich so gewirkt, als würde der deutschsprachige Rap, so wie er mir vor 14 Jahren beim Kauf von Bambule ans Herz gewachsen ist, im Sterben liegen.

Doch als die Hoffnung fast am Ende schien, trat zwischen Gangstergehabe und R’n'B-Hook ein Emorapper aus Bielefeld auf die Bühne, ergreifte das Mikrofon und direkt die Pole-Position der Alben-Charts. Auf einmal war die komplette Szene umgekrempelt und genug Raum geschaffen für einen Rattenschwanz aus kreativen Releasen von Prinz Pi, Maeckes oder dem Pandamenschen Cro. Jetzt startet 2012 und die Messlatte hängt hoch.

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Plattentest: Alexander Marcus – Glanz & Gloria

Konna

Alexander Marcus - Glanz & GloriaWer aufmerksam unsere Teamseite und vielleicht auch meinen Abschnitt durchgelesen hat, der hat gesehen, dass meine Guilty Pleasure Alexander Marcus ist. Interessant an ihm ist allein schon mal, dass er durch das Internet bekannt geworden ist. Seine Clips auf Youtube haben Millionen von Klicks. Punkt zwei ist, dass er sehr polarisiert, und das bewusst. Marcus, der mit bürgerlichem Namen Felix Rennefeld heißt, ist eine Kunstfigur, seine Musik verbindet Schlager und Techno, die Urtypen des deutschen Mainstreams, und mit seinen Videos und seinem Auftreten parodiert und persifliert er diese Electrolore, wie er sein Genre nennt.

Aus dem einstigen Youtube-Sternchen hat sich mittlerweile ein recht bekannter Künstler entwickelt und mit Glanz & Gloria folgt im Frühjahr dieses Jahres sogar ein eigener Kinofilm. Den passenden Soundtrack dazu gibt es schon jetzt mit dem gleichnamigen Album.

Ohne die parodistischen und trashigen Videos funktioniert Alexander Marcus nicht ganz so gut über die musikalische Zielgruppe hinaus.

Wenn ich mir das Album anhöre, fällt mir sofort auf, dass mir die Songs, von denen mir die Videos bekannt sind, deutlich besser gefallen als die übrigen. Das liegt zwar auch daran, dass Soldaten der Liebe und vor allem Pitschi Pitschi Popo mit ihren Beatkonstruktionen und den partytauglichen Texten absolut typisch für Alexander Marcus sind. Diese Songs zeigen aber auch musikalisches Potential und sind durch ihre Tanzbarkeit auf jeden Fall sehr geeignet für den Club. Auch als jemand, der diese Genres eher meidet, kann man ungeniert mal auf der Tanzfläche einen gepflegten Robotdance hinlegen, schließlich ist es Parodie, das erkennt man in jedem Text. Großartig zum Beispiel die Disco La Cola.

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Rockwork Orange - Beathovens 8 und die beste Musik aus der Korowa-Milchbar


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