Island

Alle Artikel mit dem Tag: Island

GSC 2012: #21 Island

Kristin

Letztes Jahr zog ich für Belgien in den Gedankendeponie Songcontest und verliebte mich bei der Songauswahl binnen Sekunden in BRNS. Island machte es mir nicht ganz so leicht: Die kleine Insel im Nordatlantik bietet eine reiche Musikauswahl zwischen Indie Rock, Singer Songwriter, Elektro und Dream Pop. Mögliche Kandidaten für den GSC 2012 stapelten sich und viele mitreißende Melodien wollten nicht mehr aus meinem Ohr. Ich konnte mich einfach nicht mehr entscheiden zwischen kauzigen Klängen und klopfenden Beats. Aber die werte Leserschaft zeigte sich hilfsbereit und bestätigte in einer Umfrage, dass Who Knew würdige Vertreter zwischen Eis und Feuer sind.

Vor sieben Jahren in einer Garage in Reykjavík gegründet, behaupten Who Knew von sich, nicht wie andere Bands klingen zu wollen. Ihr Debütalbum veröffentlichte die Truppe allerdings erst vor zwei Jahren – und das komplett in Eigenregie und ohne Label. Schön ist, dass die Band eine Platte abgeliefert hat, die zwar doch ein bisschen nach anderen Bands klingt (Hallo, Arcade Fire!), aber trotzdem scheinen kann.

#21 Island: Who Knew – Tranquility

GSC 2012: Vorentscheid Island

Kristin

Eigentlich wollte ich dieses Jahr bei Konnas Gedankendeponie Songcontest unbedingt für England antreten und mit den fantastischen These New Puritans den Sieg einfahren. Doch es kommt immer anders als man denkt: Weil England im Vorjahr so schlecht abgeschnitten hatte, steht das Land dieses Jahr überhaupt nicht zur Wahl. Ich musste mich also umentscheiden. Letztes Jahr konnte ich zwar mit meinem belgischen Vorschlag BRNS/Brains einen tollen dritten Platz machen, aber dieses Jahr wollte ich keine alten Songs einreichen, sondern auf eine ganz neue Entdeckungsreise gehen. Dann genau darum soll es im Wettbewerb schließlich gehen, wie mein Kollege Marc schon richtig in seinem Vorentscheid für Finnland schrieb. Recht schnell habe ich mich dann gegen Dänemark und für Island entschieden.

Ich bin eine Frau. Und Frauen können ganz ganz schlecht Entscheidungen treffen. Deswegen dürft ihr nun aus meinen isländischen Favoriten den Song wählen, der mir den Sieg bringen wird. Natürlich dürft ihr dann nicht vergessen, mir beim Wettbewerb 12 Punkte zu verpassen bzw. meinen Song im Zuschauer-Voting zu pushen. Ist klar, oder?

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RwO goes Gedankendeponie Song Contest 2012

Marc

Während sich die Musikindustrie in einem Hochglanzwettbewerb des Stillstands selbst feiert, kehrt der renommierte Internetwettbewerb Gedankendeponie Song Contest zurück nach Hause. Unser Autor Konna hat diesen Wettbewerb als Kontraprodukt zum jährlichen Fremdschämcontest erfunden und trägt diesen nach einjähriger Abstinenz wieder im eigenen Blog aus.

Das Team von Rockwork Orange lässt es sich selbstverständlich nicht nehmen, selbst Künstler aus den verschiedensten Ländern zum Internet-Grand-Prix zu schicken.

Damit ihr schon mal eine ungefähre Ahnung habt, was in nächster Zeit auf euch zu kommt, gibt es hier eine erste kleine Übersicht.

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Live: Ólafur Arnalds @ Blue Note, Poznań

Paul

Auf Konzerte zu gehen ist ja eigentlich – besonders in grösseren Städten – nichts wirklich Besonderes. Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn man zum ersten Mal auf ein Konzert eines persönlichen Helden geht. Ist er witzig? Ist er nett? Verliebe ich mich aufs Neue in die Musik oder werde ich abgrundtief enttäuscht?

Ich habe mir vor dem Konzert von Ólafur Arnalds ganz bewusst keine Live-Videos auf YouTube angeschaut. Bei den meisten Bands macht man sich darüber eher keine Gedanken: der Gitarrist spielt Gitarre, der Bassist spielt Bass und der Schlagzeuger hält Stöckchen in den Händen. Bei Ólafur jedoch konnte ich mir nur vage ausmalen, wie viel seines Sets digital ist und wie viel nicht; ich wusste nicht mal, ob er alleine auf der Bühne stehen wird oder nicht.

Die erste Überraschung kam noch bevor das Konzert überhaupt anfangen konnte: das Publikum wurde gebeten, keine Fotos zu machen, weder mit Kameras noch Handys, und man sollte doch bitte die Mobiltelefone für die Dauer des Konzerts ausschalten. Es war zwar ein wenig ungläubiges Gemurmel zu vernehmen, aber trotzdem wurden alle Handys brav ausgeschaltet (ich entschied mich dafür, ein Rebell zu sein und stellte es nur auf lautlos). Und obwohl ich die Aufforderung ein wenig lächerlich fand, so wurde mir während des Konzerts klar, wozu das alles dienen sollte: man hatte keine Angst, jemand könnte Ólafur Arnalds filmen und ins Internet stellen, man wollte das Publikum einfach zwingen, sich voll und ganz auf das Konzert zu konzentrieren. Und das ist ihnen komplett gelungen.

Ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal auf einem Konzert ohne Blitzlichtgewitter war.

Den Anfang machte ein lokaler Musiker namens Grabek. Seine Musik ist schwer zu beschreiben; ‘Experimental Ambient’ trifft es wohl am ehesten. Die Atmosphäre, die er mit nur einer E-Geige, einem Laptop, einem Looper und einem Sequencer geschaffen hat, war fast schon gespenstisch.

Als dann endlich Ólafur auf die Bühne kam, war ich ein wenig überrascht; nur ein Flügel, ein Laptop und ein Keyboard standen auf der Bühne. Zwar wurde er von einem Violinist und einem Cellist begleitet, dennoch war ich neugierig wie er seine Musik live umsetzen wird. Doch nach der Begrüßung sagte er etwas, auf das ich so nicht vorbereitet war: “Can you sing?” Dem Schweigen zu Folge war ich mit meiner Verwunderung nicht alleine. Dann nahm er ein iPad in seine Hand und fragte noch mal:

Can you sing? I want to record you and use you in a song.

Den mit seinem iPad aufgezeichneten und in einer Loopschleife abgespielten Gesang des Publikums verarbeiteten Ólafur und die beiden Begleitmusiker zu einem Lied, das ich noch nie gehört hatte. Kein Wunder: spontane Improvisationen sind schwer auf Alben zu finden. Aber genau das machte es so besonders: Das hier ist unser Lied, gespielt in einem Moment der Spontanität.

Nach einigen Liedern hielt er inne und begann, die Geschichte hinter dem Lied »Poland« zu erzählen; von seiner Schlaflosigkeit im Tourbus (die durch die polnischen Strassenverhältnisse hervorgerufen wurde), welche er mit Wodka bekämpfen wollte (was die polnischen Strassen auch eher erschwerten), was schlussendlich dazu führte, dass er mit einem unglaublichen Kater in Poznan ankam. In diesem Zustand schrieb er genau vor einem Jahr das Lied »Poland«. Der Fakt, dass dieses Lied in meiner Heimatstadt komponiert worden ist, machte es noch persönlicher für mich und die restlichen Konzertbesucher.

Ólafur Arnalds live zu sehen, geht für mich weit über einen normalen Konzertbesuch hinaus. Die Distanz, welche normalerweise zwischen einem Künstler und dem Publikum besteht, war hier überhaupt nicht vorhanden, im Gegenteil: mir kam es so vor als wäre Ólafur ein alter Bekannter, der in meinem Wohnzimmer Klavier spielt, kein unnahbarer isländischer Komponist. Die kleinen Geschichten hinter den Liedern und die fehlenden Kameras und Handys haben die ganze Atmosphäre nur verstärkt und noch intimer gemacht. Als ich wieder auf der Strasse war, war ich ein wenig durcheinander; ich war aufgewühlt, nachdenklich. Aber vor allem glücklich. Glücklich, dass ich so etwas erleben durfte. Ein persönliches kleines Wohnzimmerkonzert ohne Wohnzimmer, mit alten Freunden, die man nicht kennt. Ein Moment, den ich mit mir tragen werde. Für eine sehr lange Zeit.

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Rockwork Orange - Beathovens 8 und die beste Musik aus der Korowa-Milchbar


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