Porcelain Raft

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[Un]covered: Come As You Are

Paul

Cover sind ein wesentlicher Bestandteil der Musikszene: unerfahrene Musiker spielen sie um besser zu werden, erfahrene Musiker spielen sie um ihrem Lieblingslied einen neuen Umhang zu verpassen. Doch unter all den Liedern, die von Tag zu Tag gecovert werden, gibt es einige die uns wirklich bewegen, bei uns hängen bleiben. Genau diese Lieder wollen wir für euch enthüllen:

Nirvana-Cover. Wir kennen sie alle. Wir haben alle schon viel zu oft »Smells Like Teen Spirit« gehört, sei es auf dem Abiball oder auf dem Konzert der Band des Bruders des Kumpels. Und alle hatten etwas gemeinsam: sie waren schlecht. Und nicht unbedingt weil die Musiker schlecht waren (obwohl das manchmal auch der Fall war), mehr weil jeder die Lieder so spielt wie sie auf dem Album vorzufinden sind. Die selben Fills, die selben Riffs, die selben Ampeinstellungen und die selben Soli.

Doch ganz, ganz selten trifft man auf ein Cover welches diese Erfahrungen zertritt. Die Erwartungen übertrifft. Den Rahmen sprengt. Das Lied dekonstruiert, mit den Motiven spielt und sie in einem eigenen Stil wieder zusammenfügt. Welches aus einem Klassiker des Grunge eine Liebeserklärung macht. Denn am Ende des Tages sind es genau diese Cover die uns im Gedächtnis bleiben.

Das Original braucht man gar nicht erst vorzustellen: Rohes Schlagzeug, basslastige Gitarre mit Choruspedal und Cobain’s Stimme. Nirvana halt.

Nirvana – Come As You Are:

Porcelain Raft hat mit seiner Version von »Come As You Are« eher ein neues Lied denn ein Cover abgeliefert: Reverbgitarre und fast schon gehauchter Gesang reduzieren das Original auf das Wesentliche und geben dem Lied eine zarte, doch nicht minder gequälte Atmosphäre.

Porcelain Raft – Come As You Are (Kurtvana Cover):

(Wem das Cover gefällt, kann es sich umsonst und legal bei Bandcamp runterladen.)

Plattentest: Porcelain Raft – Strange Weekend

Paul

Fans des Dream Pop haben es schwer. Die Eigenschaften, die diese Musikrichtung ausmachen, werden oft zu stark und klischeehaft benutzt; Synthesizer, Drum Machines, Reverb und Schlafzimmeratmosphäre sind bei so vielen Musikern zu finden, dass es schwer fällt, sie voneinander zu unterscheiden. Doch es kommt darauf an wie man diese Dinge kombiniert. Und von Zeit zu Zeit kommt einem ein Album entgegen, das sich von der Masse absetzt und alles genau richtig macht. Strange Weekend ist so ein Album.

Nach der Loslösung von Sunny Day Sets Fire hat sich Mauro Remiddi voll auf seine Solokarriere konzentriert. Dieser riskante Sprung nach vorne hat sich ausgezahlt – nach mehreren (erstklassigen) EPs veröffentlicht Remiddi als Porcelain Raft nun endlich sein lange erwartetes Debütalbum. Und was für ein Album es geworden ist.

Strange Weekend wurde zwar in einem kleinen Zimmer aufgenommen, ist aber etwas ganz Großes geworden.

Beim anhören von Strange Weekend fällt auf, dass der Name Porcelain Raft gar nicht mal so schlecht gewählt ist – ob das spielende Falsetto im Lied “Shapeless and Gone” oder die kaum hörbaren Gitarrenakkorde in “Backwords”; alles was Porcelain Raft hier abliefert, erinnert gleichzeitig an die Stabilität und Zerbrechlichkeit von Kristallglas. Musikalisch lässt sich Porcelain Raft irgendwo zwischen M83 und Beach House anordnen, erlaubt aber genug Spielraum für Eigenes. So ist “Unless You Speak from the Heart” definitiv das Fröhlichste und Leichteste, was mir in letzter Zeit untergekommen ist. Gleichzeitig zeigt Remiddi mit “Is it Too Deep for You?” eine weitaus ernstere und fast schon gequälte Seite.

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Rockwork Orange - Beathovens 8 und die beste Musik aus der Korowa-Milchbar


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